Der Weg zu sicheren Alternativen

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024-DE, General section

Eliminierung von Trichlorethylen in Laboratorien zur Kontrolle von Asphaltqualität

Kurzfassung

Trichlorethylen wird zur Qualitätskontrolle in Laboratorien verwendet, um den Gehalt von Bitumen in Asphaltgemischen zu bestimmen. Bitumen ist ein gefährlicher Stoff, dessen Eliminierung oder Substitution  im Hinblick auf Gesundheits- und Sicherheitsaspekte eine hohe Priorität zukommt.

Die Eliminierung von Trichlorethylen aus dem Produktionsprozess  wird mit Hilfe eines kleinen Muffelofen erreicht, der die Asphaltgemische bei der Verdunstungstemperatur von Bitumen verbrennt. Diese Prozedur ermöglicht die Berechnung des prozentualen Bitumengehalts eines Gemisches anhand des Gewichtunterschieds.

  1. Trichlorethylen

    CAS-Nr. 79-01-6 EC-Nr. 201-167-4 Index-Nr. 602-027-00-9

Andere Art von Alternative

Muffelofen

Verlässlichkeit der Informationen

Beleg der Umsetzung: es ist belegt, dass die Lösung zur Zeit der Veröffentlichung umgesetzt und in Benutzung war


Gefährdungsbeurteilung

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Beschreibung der Substitution

Der beschriebene Fall wurde in Laboren zur Qualitätskotrolle des regionalen Industrieministeriums (Kastilien-Leon) gemeldet, dessen Tätigkeit das Testen der Qualität und besonderer Eigenschaften von Baumaterialien beinhaltet. Proben werden auf Baustellen und Straßen gesammelt und in physikalischen und chemischen Laboren getestet. Einer der Tests besteht in der gravimetrischen Bestimmung des Bitumgehalts in Asphaltproben. Für diese Art von Test benötigt man Trichlorethylen. Die meisten Tests werden im Sommer (Mai- Oktober) mit einer Frequenz von 4 oder 5 Tests pro Tag durchgeführt. Im Winter (November – April) verringert sich die Frequenz auf einmal alle zwei Wochen. Die Arbeitskräfte sind bei jedem Test 15 Minuten lang exponiert. Ein Test dauert normalerweise eine Stunde und wird unter einem Abzug durchgeführt, wo die Arbeitskräfte nicht anwesend sein müssen. Die Exposition gegenüber Trichlorethylen  erfolgt während das Bitumen aus dem Destillationsapparat durch ein Sieb in die Zentrifuge gegossen wird und dem anschließenden Waschen der Siebwände mit Trichlorethylen. Die vom präventiven Arbeitsschutz der Industrie- und Handelskammer in Burgos durchgeführten Begutachtungen zeigen, dass die Indikatoren für die Exposition gegenüber Trichlorethylen die Grenzwerte überschritten. Der präventive Arbeitsschutz empfahl eine Reihe von Maßnahmen, wie z.B. die Substitution von Trichlorethylen oder die Modifikation des Prozesses, in dem es verwendet wurde. Die Begutachtungen, die empfohlenen Präventivmaßnamen und die Ergebnissen medizinischer Tests, die bei unterschiedlichen Angestellten durchgeführt wurden und Spuren von durch Trichlorethylen verursachten Begleiterscheinungen aufwiesen, führten zu Bedenken und Beunruhigung unter den Arbeitskräften. Diese Bedenken veranlassten den Gesundheits- und Sicherheitsbeauftragten die Regionale Beratungsstelle der Gewerkschaft zu kontaktieren.

Beschreibung der Veränderung:

Die eingeführten Änderungen bestanden nicht in der Substitution von Trichlorethylene durch einen anderen Stoff sondern in dem Wechsel der Testmethode. Die Veränderung besteht darin, einen Veraschungsofen für den Test zu verwenden. Hierdurch ist das Trichlorethylen nicht länger notwendig für den Prozess.

Technische Beschreibung:

Ein Ofen verbrennt das Asphaltgemisch bei 500-600°C (Verdunstungstemperatur von Bitumen). Dieses Vorgehen ermöglicht die Berechnung des Bitumenanteils im Gemisch, basierend auf dem Gewichtsunterschied. Die Emission flüchtiger organischer Gase wird durch die Verwendung eines Aktivkohlefilters vermieden, eine einfache und wieder verwendbare Methode. Die Methode erweißt sich als recht zuverlässig und wird von den Laboren des Ministeriums für Industrie (gemäß der bestehenden Bestimmung NLT 384 /2000) verwendet. Trichlorethylen wurde nicht vollständig aus den Laboren entfernt. Es wird nach wie vor für Teilprüfungen verwendet.

Vorteile:

Die Maßname wurde in 9 regionalen Qualitätskontrolleinrichtungen umgesetzt (Kastilien – Leon). Die Verwendung von Trichlorethylen und seinen Abfällen sowie die Gesundheits- und Umweltrisiken, die diese darstellen, wurden vermieden. Die Dauer der technischen Tests wurde von 1 Stunde auf 25 Minuten reduziert.

Nachteile

Trichlorethylen wurde nicht vollständig aus den Laboren entfernt, da es für Teilprüfungen noch immer notwendig ist.

Ergänzende Kommentare

Als eine vorübergehende Präventivmaßname vor der Installation der Öfen stellte die regionale Industriekammer den Laborangestellten  persönliche Airline-Atemschutzmasken zur Verfügung. Diese Geräte hatten nicht den erwarteten Effekt und erwiesen sich als unbequem und schwer handhabbar für die Arbeitskräfte. Die Nutzer beklagten, dass die Luftzufuhr abgeschnitten werden könnte, wenn sich der Luftschlauch verwickelt.Die Luftpumpen bauten nicht genug Druck auf. Eine weitere Unannehmlichkeit dieses  Systems war das Vorhandensein lediglich eines Ausrüstungssets für das gesamte Laborpersonal, was zu mangelnder Übung des Gebrauchs führte. Diese Präventivmaßname scheiterte und die Arbeitskräfte kehrten zum Gebrauch von Gasmasken zurück.

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Bewertung des Falls/der Substitution

Es gibt keine Beweise dafür, dass die Emissionen des Muffelofens sauber sind, sondern lediglich
die Angaben des Vertreibers. Es stimmt allerdings, dass der Muffelofen
mit einem Emissionsfilter ausgestattet ist. Analytische Standards, die
die Verwendung gefährlicher Chemikalien fördern, sollten durch die
Gesetzgebung durch neue und sicherere Standards ersetzt werden. Dies ist
der Fall bei den Standards zur Bestimmung des Bitumengehalts in
Asphaltgemischen. Der ältere Standard setzt die Verwendung von Trichlorethylen
voraus, obwohl auch ein anderer verwendet wird, der keine gefährlichen
Chemikalien erfordert, sondern einen Ofen. Bevor der Prozess umgestellt
wurde, wurden andere Maßnamen zur Expositionskontrolle angestrebt. Dabei erwies sich aber die Maßnahme als am geeignetesten, bei der durch die Änderung des Prozesses die Verwendung
von Lösungsmitteln vermieden werden konnte. Diese
Änderung erwies sich als so erfolgreich, dass viele andere Analyselabore auf den Gebrauch des
Veraschungsofens umgestiegen sind.

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Andere Lösungen

Weitere Informationen

http://www.istas.net/pe/articulo.asp?num=33&pag=17&titulo=Eliminacion-del-tricloroetileno-en-un-laboratorio

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Spanisch


Informationsquelle

Art der Informationsquelle
Anwender

Kontakt 

Cristina Núñez Morán

CCOO Castilla y León

atssva@cleon.ccoo.es

www.castillayleon.ccoo.es

(+34) 983391516

Pza. Madrid, 4, 5ª

47001 Valladolid


Publikationsquelle

Art und Verfügbarkeit der Veröffentlichung 


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Veröffentlichung oder letzte Aktualisierung: 03.05.2012

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