Der Weg zu sicheren Alternativen

In weiteren Sprachen verfügbar             
023-DE, General section

Substitution von Isopropanol, 2-Methylpropan-1-ol und Heptan für die Reinigung von Druckwalzen

Kurzfassung

Beim Bedrucken von Tüten wurde für die Reinigung der Druckwalzen ein Lösungsmittel verwendet, das Isopropanol, 2-Methylpropan-1-ol und Heptan enthielt. Die Substitution von lösemittelhaltigen Farben durch wasserbasierte Farben löste das Problem: Für die Reinigung der Druckwalzen war das genannte Lösungsmittel nicht mehr notwendig. (Das Lösungsmittel wird jetzt üblicherweise durch Wasser und Ammoniak substituiert).

  1. 2-Propanol

    CAS-Nr. 67-63-0 EC-Nr. 200-661-7 Index-Nr. 603-117-00-0
  2. 2-Methyl-1-propanol

    CAS-Nr. 78-83-1 EC-Nr. 201-148-0 Index-Nr. 603-108-00-1
  3. n-Heptan

    CAS-Nr. 142-82-5 EC-Nr. 205-563-8 Index-Nr. 601-008-00-2

Alternative Stoffe

  1. Ammoniak, wässriger Lösung

    CAS-Nr. 1336-21-6 EC-Nr. 215-647-6 Index-Nr. 007-001-01-2
  2. Wasser

    CAS-Nr. 7732-18-5 EC-Nr. 231-791-2 Index-Nr. 

Andere Art von Alternative

Verlässlichkeit der Informationen

Beleg der Umsetzung: es ist belegt, dass die Lösung zur Zeit der Veröffentlichung umgesetzt und in Benutzung war


Gefährdungsbeurteilung

» Durchsuchen Sie die Datenbank der nach SUBSPORT-Kriterien gefährlichen Stoffe (SDSC)

zum Seitenanfang

Beschreibung der Substitution

Die Erfahrungen stammen aus einem Unternehmen, das Plastiktüten bedruckt. Die Substitution erfolgte zeitlich nach der im Fallbeispiel 022 erläuterten Substitution: Ersatz von Toluol und Butan-1-ol in Farben zum Bedrucken von Plastiktüten.

Zuerst wurden lösemittelhaltige Druckfarben durch wasserbasierte Farben ersetzt; dies ermöglichte den Ersatz von organischen Lösungsmitteln zum Reinigen von Druckwalzen durch Ammoniak und wässrige Lösungen.

Das organische Lösungsmittel ist hochgiftig, es enthält das nervenschädigende Heptan und 2-Methylpropanol-1, das sowohl nervenschädigend als auch endokrin wirksam ist. Zudem ist das Lösungsmittel brennbar und besitzt eine hohe Explosionsgefahr.

Insbesondere das Explosionsrisiko war einer der wichtigsten Faktoren, die die Entscheidung des Unternehmens zum Lösemittelersatz bestimmten. Das Lösungsmittel (F 15) wurde in zwei Behältern mit einem Fassungsvermögen von je 10.000 Litern gelagert.

Die Arbeitsschutzverantwortlichen des Unternehmens wollten das Lösungsmittel und die lösemittelhaltigen Farben aufgrund der hohen arbeitsplatzbezogenen Gefahren ersetzen, aber die Unternehmensleitung hatte zunächst Einwände gegen die Idee. Ein Feueralarm im Lagerungsbereich der Behälter führte zu neuen Überlegungen hinsichtlich der hohen Explosionsgefahr und möglicher schwerer Unfälle, bedingt durch die chemische Zusammensetzung des Lösungsmittels. Die Unternehmensführung änderte schnell ihre Haltung und akzeptierte die Substitution. Das Handeln des Unternehmens war nicht von der Absicht geleitet, das Lösungsmittel zu ersetzen, sondern Ergebnis der Entscheidung, das Risiko einer Explosion zu vermeiden.

Die Beseitigung der Lösungsmittelbehälter wurde als erfolgreiches unternehmerisches Handeln betrachtet.

Vorteile:
Das Unternehmen war nicht mehr verpflichtet, die Anforderungen eines externen Notfallplans zu erfüllen. Zusätzlich reduzierten sich das Volumen der gefährlichen Abfälle, die eine spezielle Entsorgung erforderlich machen, sowie die Brand- und Explosionsgefahr.

Die Kosten für Betriebseinrichtungen verringerten sich ebenfalls, da elektrische Teile nicht mehr explosionsgeschützt und der ATEX-Richtlinie entsprechen müssen.

Gute Rentabilität.

Nachteile:
Von den Arbeitnehmern wurde die Substitution zunächst nicht begrüßt. Das neue Verfahren verlangt von den Beschäftigten, die Druckwalzen zu Arbeitsschluss mit Ammoniak zu reinigen. Ammoniak wird mit einem Reinigungslappen aufgetragen, die Zylinder müssen abgerieben werden und Ammoniak hat einen unangenehmen Geruch. Eine Informationskampagne über die Risiken von Krebserkrankungen durch Lösemittelexposition führte schließlich dazu, dass die Substitution akzeptiert wurde.

Weitere Anmerkungen:
Während des Substitutionsprozesses führte die Gewerkschaft (CC.OO. Aragon) eine Reihe von Treffen mit Arbeitnehmern durch, um die Unterschiede zwischen den verschiedenen Arten von Farben und die Gesundheitsgefahren von lösemittelhaltigen Farben und Lösungsmitteln zu erklären.

zum Seitenanfang

Bewertung des Falls/der Substitution

Durch die Verwendung von Druckfarben auf Wasserbasis war der Ersatz von gefährlichen Lösungsmitteln im Reinigungsprozess einfach und die Alternative ist sicherer.

zum Seitenanfang

Andere Lösungen

Weitere Informationen

In weiteren Sprachen verfügbar

Spanisch


Informationsquelle

Art der Informationsquelle
Anwender

Kontakt 

Miguel Angel Biel

CCOO Aragón

Pº  Constitución, 12

50008 – Zaragoza

ases-rlaborales-ar@aragon.ccoo.es
(+34) 976483276

 

www.aragon-ccoo.es


Publikationsquelle

Art und Verfügbarkeit der Veröffentlichung 


Kommentare von SUBSPORT Nutzern

zum Seitenanfang

Veröffentlichung oder letzte Aktualisierung: 20.11.2011

Logo Grontmij Logo Istas Logo Chemsec Logo Kooperationsstelle Hamburg